Zu Besuch beim Landesfilmdienst Sachsen e.V.

Workshop-Teilnehmer produzieren Letʼs-Play-Video mit selbstprogrammierten Game zum Sonderthema der VISIONALE LEIPZIG.

Die Idee kam mitten in der Nacht. Als herumschwirrende Motten für eine schlaflose Nacht sorgten, war die Story für den Kurzfilm geboren. Motten-Attack – so heißt das Ergebnis des diesjährigen Ferien-Workshops des Landesfilmdienst Sachsen zum Sonderthema der VISIONALE LEIPZIG „influence yourself?“. Dabei durften die vier Teilnehmenden im Alter von 10 bis 14 Jahren ihre Ideen zu Konsum, Meinungsmache und Beeinflussung mit medienpädagogischer Unterstützung medial umsetzen. Wir waren für Euch vor Ort.

Ein heißer Dienstagmittag im Juli. Am Tag zuvor haben in Sachsen die Schulferien begonnen. Es ist Urlaubszeit. Und es ist Sommer. Viele Menschen suchen Badestrände auf, fahren ans Meer oder in die Berge. Wer in der Stadt bleibt, macht es sich vorzugsweise im Halbschatten bequem. Für die Straßencafés und Eisdielen startet die Hochsaison und auch Kinos bieten Open Air-Vorstellungen an. Beim Landesfilmdienst Sachsen e.V. im Leipziger Westen gibt es Filme nicht nur zu sehen. Hier können Jugendliche sich selbst als Regisseure ausprobieren, zum Beispiel beim Ferien-Workshop zum Sonderthema der VISIONALE LEIPZIG „influence yourself?“.

Als wir die motivierte Gruppe besuchen, erarbeiten zwei Teilnehmer gerade das Storyboard für ihren Kurzfilm. Jede Einstellung wird darin skizzenhaft festgehalten. Daneben wird notiert, worum es in der jeweiligen Szene geht. Dass die Umsetzung länger dauert als gedacht, ist den Teilnehmer bereits am ersten Workshop-Tag klar geworden. Nach einer Einführung zur Filmproduktion von Florian Schnell, Regisseur des Films Offline – Das Leben ist kein Bonuslevel, haben sich die Teilnehmer an ein erstes Test-Video gewagt. Mehrere Stunden dauerten Dreh und Postproduktion für einen gerade einmal halbminütigen Clip.

Protagonist ihres selbst produzierten Films ist ein fiktiver YouTuber, der das Computerspiel Motten-Attack vorführt und kommentiert. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs programmieren die Jungs das Game gerade von Hand. Dazu nutzen sie das Programm Scratch. Am Ende werden das selbstgedrehte Videomaterial und das Computerspiel dann zu einem Letʼs-Play-Video zusammengefügt. Inspiriert ist der Plot des Videos durch wahre Erlebnisse: Hielt sie vergangene Nacht doch ein Mottenschwarm vom Schlafen ab, berichtet ein Teilnehmer. Das Ganze wäre aber kein Beitrag für das Sonderthema, wenn der vermeintliche Influencer nicht mit Produktplatzierungen, Fake News und einem großen Schrecken auf die Schippe genommen würde.

Ob Nachrichten, Schmink-Tutorials oder Computerspiele – dass sich die Teilnehmer mit dem Thema Influencing auskennen, bestätigt auch die Workshop-Leiterin Jana Maurer-Trautmann. Doch dass sie alles glauben, was die YouTube- und Instragram-Stars von sich geben, bedeute dies noch lange nicht. Im Gegenteil, die Kinder und Jugendlichen setzten sich durchaus kritisch mit dem Thema auseinander, so Frau Maurer-Trautmann.

Das wird auch in ihrem multimedialen Projekt deutlich. Zum ersten Mal wollen die Teilnehmer in diesem Jahr an der VISIONALE LEIPZIG teilnehmen und hoffen natürlich auf einen Gewinn. Wir sind gespannt und drücken die Daumen. Mehr vom Workshop gibt es in unserem Audio-Beitrag zu hören.

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